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Jede Domäne ist eine Frauendomäne

Mehr als die Hälfte aller Studiendiplome gehen an Frauen*. Trotzdem beträgt die Männerquote in den Geschäftsführungen der umsatzstärksten Firmen Österreichs 92,8 Prozent. Nach wie vor ist es nicht unüblich, dass ein Podium hauptsächlich, manchmal sogar ausschließlich aus Männern besteht oder dass die einzige Frau* am Podium die moderierende Rolle einnimmt. Wir alle kennen das zur Genüge.

Herzensprojekt

“Dieses vorherrschende Bild vermittelt den Eindruck, dass Expertise geschlechtlich bedingt ist und erschwert es Frauen* wiederum, sich als Expertin* in der Öffentlichkeit zu zeigen”, sind Kommunikationsberaterin Hannah Zach und Juristin Sophie Rendl überzeugt. Schon vor einem Jahr haben die beiden Wienerinnen beschlossen, etwas gegen diese Schieflage zu tun. Nun steht ihr Herzensprojekt kurz vor dem Launch: die “Frauendomäne”.

Die Spielregeln anpassen

Die “Frauendomäne” ist eine Expert*innen-Datenbank, die das Ziel hat, weibliche Kompetenz sichtbar zu machen. Hier kann sich jede* eintragen, der Zugang ist offen. “Wir wollen mehr Frauen* sehen. Auf jedem Podium, bei jeder Veranstaltung, in jedem Workshop, bei jedem Festival – überall!” Am 9. Oktober 2019 soll die Datenbank mit einem Grundstock an großartigen, unterschiedlichen und natürlich überaus kompetenten Frauen* online gehen.

Wir haben die beiden Gründerinnen vorab getroffen und sie unter anderem gefragt, warum das Argument “Wir haben keine qualifizierte Frau gefunden” kompletter Bullshit ist.

Warum braucht es die Frauendomäne?

Weibliche Kompetenz ist als Ressource offensichtlich vorhanden, aber nicht sichtbar. Wir sind der festen Überzeugung, dass jedes Fachgebiet top-qualifizierte Frauen* zu bieten hat.

Durch eine breit aufgestellte Datenbank, in die sich Expert*innen aus diversen Fachgebieten kostenlos eintragen können, geben wir Frauen* die Möglichkeit und ermutigen sie, ihre fachliche Kompetenz darzustellen. Gleichzeitig erleichtern wir Unternehmen, Konferenzorganisator*innen bzw. Veranstalter*innen von diversen Events durch den niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu der Datenbank, ihre Panels, Seminare und Diskussionsrunden geschlechterausgewogen und divers konzipieren zu können.

Warum ist das Argument “Wir haben keine qualifizierte Frau gefunden” Bullshit?

Wir machen die Hälfte der Bevölkerung aus, wir holen uns mehr als die Hälfte aller Studiendiplome ab. Wieso sollte jemand keine qualifizierten Frauen* finden?

Was macht eine Frau* zur qualifizierten Frau*?

Während unserer Recherche sind wir immer weiter von dem Begriff Expertin* abgekommen und sind gerade auf der Suche nach einem neuen Begriff, der Kompetenzen umfasst, mit denen Frauen* sich auszeichnen.

Am liebsten fragen wir: Wo ist dein Revier? Wo kann dir niemand etwas vormachen?

Ihr seid beide Mitglied bei Sorority, unser Leitspruch lautet “Solidarity, Sister!” Wie lebt ihr Solidarität?

Für uns war von Anfang an klar, dass wir dieses Projekt nur mit einem kooperativen Ansatz machen wollen. Deshalb haben wir versucht, uns im letzten Jahr mit möglichst vielen Organisationen, Frauennetzwerken und öffentlichen Stellen zu treffen, um herauszufinden, was das Thema “Sichtbarkeit von weiblicher Kompetenz” braucht.

Darüber hinaus wollten und wollen wir mit allen andere Initiativen und Datenbanken, die ähnliche Ziele verfolgen zusammenarbeiten, weil ein sich gegenseitig Ausstechen für uns keinen Sinn ergibt.

Quellen: Uni:data, Arbeiterkammer