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Heroine* of the month: Zeina Nassar

Zeina Nassar kämpft. Und sie will gewinnen. Verlieren ist für sie keine Option. Weder im Boxring, noch, wenn es um ihre Rechte als Frau* und gläubige Muslima geht.

Die Berlinerin* boxt seit ihrem 13. Lebensjahr. Seit zwei Jahren ist sie Deutsche Meisterin* im Federgewicht.

„Jede*r braucht Träume, die größer sind, als man selbst“

Der Weg dorthin war nicht immer einfach. Lange durfte Zeina Nassar nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Der Grund: Sie trägt ein Kopftuch.

Zeina Nassar verstand nicht, warum ein religiöses Symbol, der ihrem Glauben Ausdruck verleiht, oder anders formuliert: ein Tuch, mit dem sie ihre Haare bedeckt und lange Leggings unter den Boxershorts, die ihre Haut verdecken, Nachteile beim Boxen sein sollten.

Die Nachteile mag es geben, dachte sich Zeina, aber ausschließlich für sie selber, weil sie dadurch beim Boxen leichter in’s Schwitzen kommt – nicht aber für ihre Gegnerinnen*. Ob sie diese Nachteile auf sich nimmt, sollte jedoch ihre eigene Entscheidung sein.

Mit Unterstützung von Linos Bitterling, ihrer ersten Trainerin* bei den „Boxgirls“ in Berlin setzte sie sich erfolgreich dafür ein, dass sie als gläubige Muslima mit Kopftuch und langen Kleidern boxen darf.

„Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“
Artikel 4, Absatz 2 Deutsches Grundgesetz

2013 wurden aufgrund der Beharrlichkeit ihrer Trainerin* die deutschen Boxregeln in Bezug auf die Kleiderregelung geändert. Mit dem Zusatz, dass Frauen* aller Religionen am Boxwettbewerb in Deutschland teilnehmen dürfen.

Seither wurde Zeina Nassar fünfmal Berliner Meisterin* und im Jahr 2018 Deutsche Meisterin* im Boxring.

Ihr nächstes Ziel: die Olympia 2021. Um sich für diese zu qualifizieren, mussten aber zuerst die internationalen Regeln für die Kleidervorschriften beim Boxen geändert werden.

Zeina Nassar hat durchgesetzt, dass auch die internationalen Kleidervorschriften im Boxring und dadurch die internationalen Wettkampfbestimmungen geändert wurden – ein großer Gewinn für sie und für alle Frauen* weltweit.

2019 wurde Zeina Nassar zur Integrations-Botschafterin* des Deutschen Grundgesetztes gekürt.

Neben dem Boxen, studiert sie in Potsdam Soziologie und zeigt als Schauspielerin* im feministischen Theaterstück Stören am Maxim Gorki Theater Berlins seit drei Jahren auf, was sie nach wie vor als Frau* in der Gesellschaft stört.

Nun hat sie auch ein inspirierendes und motivierendes Buch geschrieben: Dream Big. Sie erzählt darin, wie sie sich als Boxerin* gegen alle alten und starren Regeln durchsetzte.

Zeina Nassar kämpft für ihre Träume. Und dafür, andere zu ermutigen, das Ziel nie aus den Augen zu verlieren.

Solidarity, Sister* und danke für Deinen Mut!