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Hero*ine des Monats – Dr. Kati Ernst & Kristine Zeller

von Miriam Ressi

Eine Frau* verbringt etwa 3000 Tage (= 6 bis 7 Jahre) ihres Lebens mit ihrer Menstruation.

Bis zu 17.000 Tampons beziehungsweise Binden landen in dieser Zeit im Müll. Kostenpunkt samt Verhütung laut Berechnungen von erdbeerwoche.com: knapp 7.000 Euro. Man könnte deshalb auch meinen, dass die monatliche Periode ein weit verbreitetes Thema sein sollte. Ha – falsch gedacht!

Tabus über Tabus…

Warum ist es üblich, seine Stimme zu senken, wenn man die Kollegin nach einem Tampon fragt? Und warum wird man von (fast) allen Seiten zumindest irritiert angeschaut, wenn man das eben nicht tut? Und warum, Herr Gott, warum ist das Blut in der Werbung blau anstatt rot?

Mit all diesen Fragen haben sich auch unsere heutigen Hero*ines des Monats auseinandergesetzt und herumgeärgert. Dr. Kati Ernst und Kristine Zeller sind Gründerinnen* von ooshi, einem Berliner Start-up, das sich auf Periodenunterwäsche spezialisiert hat und sich gleichzeitig auch als Female Health Company versteht.

Die Gründerinnen von ooshi

Die Gründerinnen von ooshi , (c) ooshi-berlin.de

 

Wie funktioniert die Period Panty?

Die ooshi sieht von außen wie eine normale Unterhose aus. Im Schrittbereich ist ein Membransystem integriert, das Periodenflüssigkeit vom Körper wegzieht, speichert und am Auslaufen hindert. Insgesamt fasst eine ooshi 15ml Flüssigkeit – das entspricht ungefähr 3 Tampons. Auch Nachhaltigkeit ist Kati und Kristine ein Anliegen: ihre Wirksamkeit behält die Periodenunterwäsche bis zu zwei Jahre. Danach kann man sie aber auch noch als herkömmliche Unterhose tragen.

Gegen den Strich!

Den beiden Unternehmerinnen* geht es aber nicht nur darum, ein funktionales Produkt auf den Markt zu bringen. Bei ooshi finden viele Themen zusammen: Body Positivity, Vereinbarkeit von Job und Familie, das Brechen von Tabus.

Mädchen* wird von klein auf anerzogen, dass ihre Periode etwas „Schmutziges“ sei, etwas, das man nicht sehen will: #menstruphobia! Aus den Augen, aus dem Sinn. Zur Zeit der Gründung des Start-Ups ist die Idee einer Periodenunterwäsche in Europa noch neu und die beiden Unternehmerinnen rufen mit ihrer Geschäftsidee starke Reaktionen wie Irritation oder Ekel hervor – vor allem bei den Kollegen*.

Jede Periode ist so einzigartig wie jede Frau

Mittels Crowdfunding erblickt das Produkt all dem zum Trotz das Licht der Welt – und das zum rechten Zeitpunkt! Kati und Kristine surfen 2018 auf der richtigen Welle: der 4. Welle des Feminismus. Man sehe und staune: Frauen wollen selbstbestimmt ihr Leben gestalten und nicht einfach passiv konsumieren, was man ihnen vorsetzt! Die Menstruation ist schließlich etwas zutiefst Individuelles: Von Frau* zu Frau* ist sie unterschiedlich lang, stark, häufig – und auch unterschiedlich schmerzhaft. Den Unternehmerinnen* ist es deshalb wichtig, dass Frauen* das Produkt finden, das zu IHRER Periode passt – und das muss nicht unbedingt eine Periodenunterwäsche sein. Es geht vor allem darum, die Möglichkeit zu haben, aus einer Vielfalt an Produkten auswählen zu können.

(c) ooshi-berlin.de

Gründen und Mutter sein – klar geht das!

Neben ihrem gemeinsamen „Baby“ ooshi, haben Kati und Kristine jeweils Kinder, Vereinbarkeit von Job und Familie ist deshalb ein wichtiger Grundsatz ihres Unternehmens. Bei ooshi gibt es keine festgeschriebenen Arbeitszeiten oder einen fixen Ort. Als Gründerinnen* 24/7 erreichbar sein müssen, um Erfolg zu haben? Diesen Anspruch werfen die Unternehmerinnen* im hohen Bogen aus dem Fenster. Weil es eben auch anders geht!

Hier geht’s zur Periodenunterwäsche von ooshihttps://ooshi-berlin.de/