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Hero*ine des Monats – Nadine Schratzberger

Von Claudia Schneider

Aufgepasst! Augen auf und zwar schnell, denn unsere erste Hero*ine des Monats ja dieses noch so frischen Jahrzehnts ist sportlich.

Nadine Schratzberger ist noch keine 30 Jahre alt, und hat dennoch schon so manches geschafft, wofür viele das ein oder andere Jahrzehnt länger brauchen. Die junge Wienerin ist Founderin ihres eigenen Modelabels für ökologische Sportbekleidung mit dem klingenden Namen MONTREET (zuvor Nasch Sportswear). Mit ihrem Motto: „Alles ist gut, solange du wild bist“ hat sie den Absprung geschafft.

Nach einigen Jahren der gut geplanten und leidenschaftlichen Vorbereitung gab letztlich vor etwas über einem Jahr ein Crowdfunding-Projekt den richtigen Startschuss. Wer lange – und in diesem Fall sogar noch nachhaltig – etwas aufbauen will, weiß, dass ein Label zu kreieren ein Lauf mit vielen Etappen ist. Deshalb ist Nadine auch in diesem Monat unsere Hero *ine, weil sie und ihr Label quasi zum ersten Geburtstag eine Neu-Taufe, eine Relaunchparty feierten.

Die Designerin Nadine, ist das Paradebeispiel einer Selfmadewoman und das muss gefeiert werden. Die in der Wachau verwurzelte Wienerin hat am Esmod in München und an der Angewandten in Wien studiert, sich aber schon in der Jugend für Mode interessiert.

„Seit 2016 habe ich meinen Alltag auf eine ökologische Lebensweise umgestellt und kämpfe vor allem in meinem eigenen Kleiderschrank um mehr Nachhaltigkeit. Mit MONTREET vermittle ich nach außen was ich mir als Konsumentin von so vielen anderen ModeherstellerInnen erwarte.“

Deshalb wollte Nadine bei ihrem eigenen Modelabel auch von Anfang an auf den ökologischen Fußabdruck der von ihr verarbeiteten Materialien achten und keine Kompromisse eingehen, was die Qualität angeht. Ökologisches Denken ist in der Modewelt leider noch keineswegs state of the art und oft als fad verschrien. Immer noch gibt es Unmengen an fast fashion Stores an jeder Ecke. Montreet beweist: Das muss nicht sein. Nachhaltig kann funktionell und modisch gleichzeitig sein. Für die Jacken zum Laufen, Klettern oder Radfahren wird kein Plastik produziert, sondern altes recycled – eine wirklich feine, weiche, Angelegenheit. Sidefact: Sie können sogar gemietet werden!

Auch für die Produktentwicklung hat sich Nadine Zeit genommen und auf Tragekomfort – den Sportarten entsprechend – geachtet. Für das Design der Stoffe wird mit unterschiedlichen KünstlerInnen zusammengearbeitet. Das Team hinter Montreet ist übrigens fast ausschließlich weiblich – eine weitere Besonderheit des Labels. In der (Sport-) Modebranche sind nämlich fast alle Gründer der großen Labels Männer. Die Realität auf den Modeschulen und auch in den Designerpools der Labels sieht anders aus! Es sind vorwiegend Frauen, die im Hintergrund arbeiten. Das, so die Gründerin Nadine, will sie ändern. Thanks for that sister!

Gestartet hat die Produktion mit Jacken und Shirts, weiter geht’s mit Hosen und Co. Auch die Stoffreste werden nicht weggeschmissen, sondern zu Handytaschen oder Chalkbags verarbeitet. Super super super! Trotz der vielen Arbeit für das Label, setzt sich Nadine fürs Klima ein und verbreitet ihr Wissen und teilt ihre Erfahrungen über nachhaltige Lebensweisen und natürlich Mode. Besonders toll ist aber: Sie lebt nach ihren Prinzipien. Das ist inspirierend und ermutigt hoffentlich noch viele weitere junge Designerinnen und Founderinnen aus andren Branchen es ihr gleichzutun und durchzustarten! Also, wenn das nicht hero*ineistisch ist 🙂

Wer neugierig geworden ist: hier geht’s zur Website: https://montreet.net/