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Hero*ine des Monats: Katharina Luksch, Kunst-Lehrerin und Edu-Youtuberin

In der Corona-Krise nimmt der häusliche Alltag plötzlich ungeahnte Proportionen an. Schließlich muss die gesamte Welt plötzlich in die vier Wände passen! Eine ganz besondere Alltags-Hero*ine ist Katharina Luksch, ihres Zeichens Lehrerin für Bildnerische Erziehung und Textiles Werken an der AHS Wien West.

Wie viele andere Lehrende wurde sie Mitte März 2020 eiskalt ins Distance Learning geworfen, als es hieß: Schulen bleiben bis auf weiteres geschlossen. Wie also selbst mit dem Alleinsein und der Strukturlosigkeit des Tages umgehen, ganz ohne den sonst so vielfältigen Austausch? Und wie Kunst auf Distanz unterrichten, wo Materialien ebenso wie die Beziehungsarbeit eine besonders große Rolle spielen?

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Michaela Schupfer stampfte Katharina kurzerhand und ohne jede Vorerfahrung einen eigenen Youtube-Kanal “Zeichnen und Wundern” aus dem Boden, den sie mit kreativ-entzückenden Videos bestückten. Ebenso erstellten die beiden den Instagram-Auftritt “My art will go on”. “Zeichnen und Wundern” im wahrsten Sinne: mit Learning by Doing und ohne Videoschnitt-Erfahrung! Dafür mit vielen Stunden Aufwand – und einigen Aha-Erlebnissen.

Youtuberin zu werden war eigentlich nie erklärtes Lebensziel

Trotzdem war Katharina mit Mitte 30 plötzlich um einiges näher dran an dieser ihren Schüler*innen so vertrauten Welt. Nebenher konnte sie sich auch das Medium Youtube selbst neu erschließen. Inspiration für ihre Videos sind Instagram-Trends, aber auch eigene Coping-Strategien, um Struktur in den ungeregelten Heimalltag zu bringen. Die Aufgabenstellungen entstanden mit großem Einfühlungsvermögen dafür, was ihre Schüler*innen in diesen Zeiten besonders brauchen könnten. Und auch zuhause vorrätig haben!

Kreativität und verspieltes Lernen, Abwechslung und Spaß – statt Überforderung und Leistungsdruck!

Da wurden (feministisch bedeutsame!) Gemälde mit kleinen Geschwistern nachgestellt und Schutzmasken genäht. Schüler*innen legten Farbkreise aus Alltagsgegenständen und schnitzten Seifenskulpturen. Sie führten Zeichentagebücher, um die vielen medialen Eindrücke in Krisenzeiten zu verarbeiten und zu üben. 

Bild: Ein Selbstporträt der berühmten Malerin Sofonisba Anguissola in Gegenwart und Heimquarantäne übersetzt. © Katharina Luksch, 2020.

 

Die Aufgabenstellungen und Abgaben erfolgten via Fotodokumentation in sicheren Gruppen über MS Teams. Die Schüler*innen zwischen 11 und 16 Jahren hatten nicht nur sichtlich Spaß – auch die Lehrerin war selten zuvor mit Ergebnissen so durchwegs glücklich.

Wie oft kommt es vor, dass Schüler*innen sich für die Aufgaben bedanken, die ihnen gestellt werden?

– Ganz genau. Wenn dann auch noch die nicht mehr schulpflichtigen Privatkontakte auf Social Media rückmelden, sie hätten das eine oder andere ausprobiert und mitgemacht – umso besser! Fazit: Ganz klare Alltags-Hero*ine.

Links: 

Youtubekanal Zeichnen und Wundern: https://www.youtube.com/channel/UC29rN2O7RyFAO2ZnpsOnSHQ

Instagram: https://www.instagram.com/thefraufessors/