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Salon Sorority mit “Woher ich kam” & “Die Jahre”

Salon Sorority x Joan Didion x Annie Ernaux

„We tell ourselves stories in order to live.“ Nur ein kleines, kurzes Zitat von unzähligen, mit denen uns Joan Didion im Laufe ihrer Schriftstellerinnenkarriere verwöhnt hat. Die 1934 in Sacramento, Kalifornien geborene Autorin, Essayistin und Journalistin gilt als eine der wichtigsten zeitgenössischen Beobachterinnen und Kommentatorinnen der US-amerikanischen Politik, Kultur und Gesellschaft. Ihre nicht-fiktionalen Werke sind im Stil des New Journalism verfasst, den Didion mit Vertretern wie Hunter S. Thompson und Tom Wolfe in den 60er Jahren geprägt hat. In ihrem 2003 veröffentlichten (und 2019 in der deutschen Übersetzung erschienenen) autobiographischen Buch „Woher ich kam“ rechnet sie mit „ihrem“ Kalifornien ab, mit dem Land, das für ihre persönliche Entwicklung immens wichtig war und wo sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat. Sie spürt der Geschichte und den Mythen dieses von so vielen Lebensträumen gemalten Landstrichs nach und verknüpft die Historie mit ihrer Familie, die seit vielen Generationen an der Westküste beheimatet ist. Sie beschreibt vornehmlich die weibliche Ahnenreihe, aus der sie stammt und konfrontiert sich selbst und uns auch mit dem Verhältnis zu eben jenen (Pionier-)Frauen.

Nicht ganz so weit in die Vergangenheit blickt die Französin Annie Ernaux in „Die Jahre“ (in Frankreich 2008 erschienen), das sowohl ein Gesellschaftsporträt Frankreichs (und letztendlich Westeuropas) des 20. Jahrhunderts als auch ein fragmentarisches Erarbeiten und Erfühlen ihres eigenen Lebens ist. Welche Weggabelungen ihres Lebens haben sie zu der Frau gemacht, die sie nun ist? Welche Rolle spielt die ländliche Region, in der sie aufwuchs, für ihr Verständnis als weibliche Intellektuelle? Was haben technologische Errungenschaften mit dem Sterben der Infrastruktur zu tun? Ernaux, Jahrgang 1940, ist in ihrem Heimatland ein Superstar, seit Jahrzehnten, und mit Verzögerung wurden ihre Werke nun auch ins Deutsche übersetzt. Langsam erkennt man auch hierzulande, was für ein feministisches, intellektuelles, literarisches Juwel diese Frau ist.

In der ersten Salon Sorority-Ausgabe des so aufwühlenden Jahres 2020 widmen wir uns Joan Didion („Woher ich kam“) und Annie Ernaux („Die Jahre“) und gehen mit den beiden auf Spurensuche, beschäftigen uns mit Heimat, Herkunft und Frauenbiographien.

// Wann? 28.09.2020, 19:00
// Wo? Café Westend, Mariahilfer Str. 128, 1070 Wien
// Wie viel? Gratis, Nicht-Mitglieder willkommen, Frauen* only

Der literarische Salon – curated by Pamela Rußmann & Erza Aruqaj – ist Fixpunkt im Eventprogramm des Sorority-Netzwerks. Wir lassen die alte Tradition des Lesezirkels neu aufleben und tauschen uns im geselligen Rahmen über Bücher aus.

Aufgrund der derzeitigen Lage ist die Teilnehmerinnen*zahl beschränkt, wir bitten daher um Anmeldung per Mail (anmeldung@sorority.at).