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Hero*ine des Monats – Irmela Mensah-Schramm

von Mercan Sümbültepe

Wir stellen vor, unsere Heroine des Monats Oktober: die „Ehren-Omi“, die „Superhero-Granny“, die „Sprayer Oma“. Die 73-jährige Aktivistin Irmela Mensah-Schramm hat schon so einige Namen gesammelt.

Seit 30 Jahren engagiert sich die Berlinerin und ist in Deutschland bundesweit unterwegs. Sie übermalt und übersprayt rassistische, sexistische und homophobe Parolen und Nazi-Symbole. Aus „Fuck Asyl“ wird „Für Asyl“, aus Hakenkreuzen macht sie tanzende Figuren, aus „Merkel muss weg“, „Merke! Hass weg“.

Irmela Mensah-Schramm in Action // photo taken by Oliver Wolters, CC BY-SA 2.0

In Eisenach passierte es nun: Als die Rentnerin eine „NS-Zone“ kurzerhand in eine „Herz-Zone“ verwandelte, wurde sie gefilmt, fotografiert und bei der Polizei angezeigt. „Vandalismus bleibt Vandalismus“ und „ihre Moral steht nicht über dem Gesetz“ sind einige der Gründe, die die Rentnerin nun zu einer Geldstrafe zu verdonnern.
Das Gericht bot ihr an, gegen Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung, das Verfahren einzustellen. Die Rentnerin lehnte diese Strafe ab, sie habe keinen Fehler gemacht. Ihrer Meinung nach haben diejenigen Sachbeschädigung verursacht, die die menschenverachtenden Parolen auf die Mauer sprühten. Sie schreibt außerdem in einer aktuellen Erklärung, die auf Twitter (@politicalbeauty) veröffentlicht wurde:

Wenn Botschaften wie ‘Juden ab in den Ofen’, ‚Schweine Juden’, ‚Ausländer in die Gaskammer’ monatelang im öffentlichen Raum geduldet werden, zögere ich nicht und überspraye sie.

So wurde sie vom Amtsgericht Eisenach wegen Sachbeschädigung zu einer Strafe von 1050€ verurteilt. Doch die für Zivilcourage und Engagement bekannte Frau, bekommt Unterstützung. Das Zentrum für politische Schönheit stellt sich hinter sie und zahlt die Geldstrafe.

Wir finden, so viel Zivilcourage bemerkenswert und, dass Irmela Mensah-Schramm sich trotz Aussicht auf Strafe nicht kleinkriegen lässt, großartig. Absolute Solidarity, Sister!