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Sorority X Veronika Burger // 30.5.2016

Ebenso wie der Fokus der Kunst- und Kulturreihe „femtrails“ auf Arbeits- und Lebensrealitäten von Künstlerinnen liegt, bearbeitet die Wiener Künstlerin Veronika Burger Fragen der (feministischen) Selbsteinschreibung in die Kunstgeschichte, Fragen zu institutionelle Schranken und Machtstrukturen im Kunstbetrieb. Veronika Burger studierte Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst (2006-2009) und bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste (2008-2013). In dem Screening im Angewandte Innovation Laboratory (AIL) zeigt Veronika Burger ihre zwei jüngsten Arbeiten „even when the lights go out, there is still light“ (2015/2016) und „songs of fortune“ (2015).

Für das Video „songs of fortune“ ließ sich Veronika Burger während einer Residency in Bielefeld (DE) von drei Wahrsagerinnen ihre kurz- und langfristige künstlerische Zukunft voraussagen. Sie konfrontierte die selbsternannten Medien mit drei Fragen: Wo führt sie ihre berufliche Zukunft hin? Wie steht es um ihre finanzielle Zukunft? Wird ihre anstehende Ausstellung scheitern? Die unterschiedlichen Blicke in die Zukunft liefern das Material für ihr Video „songs of fortune“, in dem sie das Orakel im Sinne einer Oper reinszeniert.

Ihre jüngste Arbeit „even when the lights go out, there is still light“ fokussiert hingegen die Biographie der Lampendesignerin Elisabeth Kemeter, die dreißig Jahre lang Schirme für Wiener Innenausstatter anfertigte und jahrelang mit der renommierten Institution Augarten zusammenarbeitete. Sie kreierte außerdem – „seinerzeit“ – Lampenschirme für den 1987 erschienenen James Bond Film „The Living Daylights“. Die Lampendesignerin mit ehemals eigener Werkstätte lernte von ihrer Tante das Handwerk und übergab das Geschäft an ihre Tochter, die es bis 2010 weiterführte. Kemeters Bond-Schirme fielen vermutlich dem Schnitt zum Opfer, in der Kinoversion des Films sind sie nicht mehr zu sehen. Gemeinsam mit Veronika Burger rekonstruierte sie die Entwürfe gemäß ihren Erinnerungen, da keine Dokumentation der Muster erhalten ist – wie bei den meisten ihrer Arbeiten. Veronika Burger portraitiert mit „even when the lights go out, there is still light“ nicht nur eine Persönlichkeit und ihren Lebensweg, sie zeichnet auch ein beeindruckendes Biogramm einer generationenübergreifenden Linie an Frauen, die Handwerk und Wissen aneinander weitergegeben haben: Deren Selbstverständnis im Handwerk, nicht in der Kunst lag und denen in Gegenwart und Vergangenheit Öffentlichkeit verwehrt wurde.

Screening und Gespräch mit Veronika Burger und Katharina Brandl in Kooperation mit dem Angewandte Innovation Laboratory 

Wann? 30.05.2016, 19:00 Uhr
Wo? Angewandte Innovation Laboratory (AIL), Franz Josefs Kai 3, 1010 Wien
Um Anmeldung wird gebeten!

AILxsorority

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