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MV im September: Wie schaffen wir diverse Teams?

Endlich durften wir uns wieder zur Sorority-Monatsversammlung treffen – zum ersten Mal in der neuen Location, der Schankwirtschaft im Augarten. Ganz im Zeichen unseres Leitgedankens der schwesterlichen Solidarität war der Abend geprägt von Wiedersehensfreude und Inklusion unserer zahlreichen neuen Gäste.
Bericht von Melinda Tamas.

Foto: Franziska Magel

Diversity Management – denn unsere Zukunft wird vielfältig!

Das Thema des Abends war also Management und Diversität.

Gemeinsam wollten wir herausfinden, wie ein modernes Unternehmen aussehen kann und soll, was es genau bedeutet, vielfältig zu sein, und wie sich mehr Diversität in Unternehmen einbringen lässt. Um diese Fragen zu beantworten und weiter zu diskutieren, haben wir drei Expertinnen zur Podiumsdiskussion eingeladen:

Marita Haas, Gender Consultant

Pamela Rath, Senior Consultant im IT Recruitement und Expertin für Arbeits – und Organisationspsychologie

Hannah Zach, Gründerin der Expertinnenplattform Frauendomäne

Das Gespräch begann mit der Überlegung, wie es Unternehmen gelingen kann, sicher zu stellen, dass alle Mitarbeiter*innen trotz – und gerade wegen ihrer Unterschiedlichkeiten die gleichen Teilhabechancen erhalten, und wie sich aus diesen Unterschiedlichkeiten Potenziale schöpfen lassen. Und diese lassen sich vielfach schöpfen, wie wir sie nicht nur generell aus der Sorority kennen, sondern auch bei der anregenden Diskussion erfahren durften.

Über die Frage hinaus, wie Unternehmen Strukturen und Prozesse schaffen, um gleiche Teilhabenchancen zu ermöglichen, stand die Reflexion darüber im Fokus, warum es so wichtig ist, Gruppen vielfältig zu gestalten.

Um strukturell etwas verändern zu können, da waren sich die Expertinnen einig, müssen wir uns auch mit den Fragen auseinandersetzen, wie Ungleichheit gemacht wird, wo sie sichtbar wird und was wir dagegen tun können.

Warum Repräsentanz eine Rolle spielt

Ein Beispiel für ungleiche Teilhabechancen zeigte beispielsweise das Berufsfeld Journalismus auf – ein Bereich, der sehr homogenisiert ist. Hannah Zach betonte, dass es dabei nicht bloß um die Frage geht, wer als Journalist*in eine Stimme oder einen Beitrag in österreichischen Medien bekommt, sondern wie Medien es schaffen, alle Menschen zu repräsentieren und zu informieren.

Auf die Frage, ob wir Gefahr laufen, Diversität zu kommerzialisieren, wenn wir auf unserer Unternehmenswebsite oder auf Werbeplakaten mit dieser werben, obwohl unsere Mitarbeiter*innen nach außen gar nicht so divers erscheinen, meinte Pamela Rath eindeutig: „Die Abbildung von People of Color auf Werbeplakaten ist wichtig, Repräsentanz ist wichtig, denn ohne diese gibt es keine Sichtbarkeit.“

„Je mehr wir tun, um die Welt zu verändern, desto besser wird sie!“

Bei Anfragen für Diversity Management Consultings klärt Marita Haas schon im Vorfeld ab, ob es im Unternehmen den Willen für ein klares Commitment beim Thema Gender gibt, und besteht darauf, dass ein Mitglied der Geschäftsführung beim Training dabei ist. Denn gleiche Teilhabechancen zu bekommen und Vielfalt als Gewinn zu sehen muss von der Geschäftsführung gewollt und mitgetragen werden.

Wie ernst es dem Unternehmen beim Thema Gender und Gleichstellung aufgrund der Herkunft ist, erschließen sich nicht nur für Marita Haas, sondern auch für das Unternehmen aus den Fragen, was diese bis jetzt schon im Sinne der Gleichstellung getan haben, oder wie oft im Unternehmen über das Thema Gender gesprochen wird. Denn – so Marita Haas – „das ist eine Sache, die genauso auf die Agenda gehört!“

Auch, wenn unter den Expertinnen Konsens darüber herrschte, dass es manchmal auf der individuellen Ebene gefährlich sein kann für gleiche Chancen einzustehen, denn, dass die Chancen für alle gleich sind, liegt schon auch an der Struktur eines Unternehmens, wurden eifrig Ideen gesammelt, wie wir Diversität gestalten können.

Unsere Monatsversammlung bot uns dafür auch dieses Mal den Safe Space und die Solidarität unserer Sisters* und Gäste, um an einer Veränderung zu arbeiten, uns auszutauschen und gemütlich bei einem Drink zu plaudern.

Wir danken euch allen und freuen uns schon auf die nächste Monatsversammlung.

Fotos: Franziska Magel

Mehr schöne Fotos des Abends findet ihr im zughörigen Album auf FB!