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Heroine*s of the Month – Gazal

Gazal

Zum feministischen Kampf(tags)-Monat möchten wir dieses mal jemanden aus der HipHop-Szene zur Heroine* of the month krönen – Gazal. Als feministische Rapperin macht sie seit Oktober 2020 besonders auf sich aufmerksam und erntet dafür sehr viel Lob sowie Anerkennung. Zu Recht, wie wir finden! Unsere Heldin zeigt großes Engagement und Mut, lebt Vielfalt und ist genau die Künstlerin*, die wir 2021 brauchen.

von Kerstin Kraus

 

Wie hat alles begonnen?

Gazal Köpf, im Iran geboren, kam als Säugling im Arm ihrer Eltern nach Österreich und hat hier ihre Heimat gefunden. Sie ist dann im schönen Oberösterreich aufgewachsen. Während ihres Studiums in Linz ist Gazal zum Poetryslam gekommen, wo sie erste Bühnenerfahrung sammelte – von da war es dann zum Rap nicht mehr weit. Als die deutsche Rapperin* Sookee während ihrer Abschiedstournee im letzten Jahr Gazal fragte, ob sie nicht gemeinsam auftreten möchten, wurde ihre HipHop-Karriere geboren.

Als Wahlwienerin* fühlt sie sich in Wien sehr heimisch, was Gazal in ihrem ersten veröffentlichen Rapsong „Wien Oida“, aufgenommen mit Kid Pex, bestätigt. Die Künstlerin* liebt die Vielfalt, weltoffene Toleranz und Abwechslung der Stadt. Ihr Rapsong hat in der ersten Woche allein 8.000 Menschen auf YouTube erreicht und brachte ihr auf Anhieb zahlreich Fans, darunter natürlich die Sorority. Gemeinsam haben Gazal und Kid Pex sich mit dem Song zum Ziel gesetzt, ein Zeichen gegen Hass und Hetze zu setzen. Dabei vereinte der Migrationshintergrund, das politische Engagement und deren Leidenschaft zum Hiphop beide Künstler*innen.

Warum ist unsere Heldin wichtig?

Gazal hat eine Stimme, die gehört werden muss. Als lesbische Rapperin mit Migrationshintergrund hat sie viel zu sagen und setzt sich mit Ihrer Musik gegen Diskriminierung aller Art ein. Ihre Kunst ist ein politisches Statement, mit dem sie Minderheiten ermutigen und Menschen zusammenbringen möchte. „Ich bin die erste lesbische Frau mit Fluchterfahrung, die rappt. Ich habe eine Role-Model-Funktion“ erklärte sie heute.at. Und wie du unser Vorbild bist, liebe Gazal!

In ihrer Musik sowie den sozialen Netzwerken macht Gazal sich besonders stark für die LGBTQ+ Community, zum Beispiel anhand von Bilder mit ihrer seit 2019 verheirateten Partnerin Carina Köpf. Ihr Motto ist stets gegen Sexismus und Hass zu sein und sich für mehr Lebensfreude und Miteinander einzusetzen.

 

Hoch hinaus. Das beweist Gazal vor allem mit ihrer ersten Solo-Single “Irgendwann”, die passenderweise am feministischen Kampftag, am 8. März veröffentlicht wurde und als Hymne des Weltfrauentags zelebriert wird. In dem Videoclip sieht man Frauen* mit verschiedensten Merkmalen, die durch ihre Forderung an ein freies und selbstbestimmtes Leben vereint sind. Das passende Debutalbum erscheint dann im Mai – reinhören lohnt sich 😉 Im September veröffentlichen Gazal und Sookee ihr gemeinsames Buch „Awesome HipHop Humans“, dass den linksfeministischen HipHop jenseits des Mainstreams verhandelt. Wir können es kaum erwarten!